Markgräfin Sibylla Augusta hatte mehrere Wallfahrten nach Einsiedeln im schweizerischen Kanton Schwyz unternommen und 1709 in ihrem Schlackenwerther Schlosspark eine Nachbildung der Einsiedelner Gnadenkapelle erbauen lassen. 1715 stiftete sie eine identische Kapelle für Rastatt, wahrscheinlich als Dank für den im Jahr zuvor geschlossenen Rastatter Frieden.
Über dem kleinen Altar sieht man die Muttergottes und das Jesuskind mit schwarzen Gesichtern. Schwarz bemalte Madonnen werden von großen Teilen der Gläubigen als besonders wundertätig verehrt. Auf vielen Tafeln im Inneren der Kapelle liest man, dass sich die Menschen bedanken, weil die Gottesmutter geholfen hatte.
Auf einer Reise nach Einsiedeln begann der 7-jährige Erbprinz Ludwig Georg, der bis dahin stumm war, zu reden. Der Frieden in Rastatt und die Erlangung der Sprache für den Erbprinzen waren wohl Anlass zum Bau der Einsiedelner Kapelle.