Rastatt steht trotzdem oder gerade deswegen für die Kämpfe um die Realisierung einer freiheitlichen Reichsverfassung. Die Frauen und Männer, die 1848/49 bei der Verwirklichung ihrer Ideale noch gescheitert sind, fanden eine späte Rehabilitation in der Weimarer Verfassung und schließlich im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland vom 23. Mai 1949.
Doch was genau ist in Rastatt und Baden im Sommer von 1849 passiert?
Als Erstes muss man sich die „Festung Rastatt“ viel größer vorstellen als den Schlossbereich. Die Festung umfasste den gesamten Stadtbereich.
Die 13 Forderungen
Obwohl die Revolution scheiterte, legten die Revolutionäre damals mit ihrem Kampf für Freiheit und Gerechtigkeit den Keim für unsere Demokratie heute.
Die Revolutionäre richteten sich gegen die Fürstenherrschaft. Sie wollten eine badische Republik. Das Volk sollte herrschen, nicht die Großherzöge. 13 Forderungen haben die Bürger ein Jahr vor der Revolution in Offenburg aufgestellt. 13 Forderungen, die auch für unser Leben heute besonders wichtig sind. Deshalb begleiten diese 13 Forderungen den Revolutionspfad.
Doch was haben die Revolutionäre genau verlangt?
"Wir verlangen...
- Das Ende der Karlsbader, Frankfurter und Wiener Beschlüsse!
- Pressefreiheit!
- Gewissens- und Lehrfreiheit!
- Beeidigung des Militärs auf die Verfassung!
- Persönliche Freiheit!
- Vertretung des Volkes beim Deutschen Bunde!
- Eine volkstümliche Wehrverfassung!
- Eine gerechte Besteuerung!
- Bildung für Alle!
- Einen Ausgleich des Missverhältnisses zwischen Arbeit und Kapital!
- Geschworenengerichte!
- Eine volkstümliche Staatsverwaltung!
- Eine Abschaffung aller Vorrechte!“
Quelle: Artikel 1 bis 13 der Offenburger „Forderungen des Volkes“ im Originalwortlaut aus dem Flugblatt von 1847.